CeBit und Social Media ♥

Man sollte meinen, die große Liebe. Trifft sich in Hannover doch die IT Welt. Hier präsentieren Mobilfunk Anbieter ihre Mobile Web Lösungen und überhaupt alles was mit neuen Medien zu tun hat, zeigt sich in Niedersachsens Hauptstadt. Doch offensichtlich kommen diese Beiden über das Stadium des kleinen Flirts auch dieses Jahr noch nicht hinaus. In der Webciety treffen sich die “Social Medians” und vor einer Twitterwall sitzen auf dem Podium lauter mehr oder weniger wichtige Leute die über das Social Web berichten und diskutieren. Neben diesem Podium dann, trifft sich die Blogger Welt in der t3n Blogger Lounge und freut sich, all die virtuellen sozialen Kontakte hier im realen Leben zu treffen. Auch für mich übrigens das Highlight meines CeBit Besuches. Das ist aber auch alles, was in Sachen Social Medialer Welt auf der immer kleiner werdenden CeBit zu finden war. Wie kommt das? Sind bei den meisten Unternehmen, die auf der CeBit ausstellen, etwa die Chancen und Möglichkeiten des Social Web noch nicht angekommen? Ok, ein Aussteller scheint der Meinung gewesen, er hätte das mit dem Marketing über Twitter verstanden und musste sich eines besseren belehren lassen:  Twitterwall missbraucht: Flashmob auf der Cebit Ein Paradebeispiel dafür, was passieren kann, wenn Marketing Experten das Wörtchen “Social” überlesen und sich für besonders innovativ halten. Oder ist genau das der Grund, warum sich Unternehmer noch immer sehr zurückhaltend auf das Social Web einlassen? Der “Mop” könnte die Kontrolle übernehmen…

Social Media Marketing passt nicht ins klassische Kampagnen Korsett, in dem alles berechenbar und kontrollierbar ist. Der Social Webber möchte ernst genommen, beachtet und respektiert werden. Er will nicht mit Werbebotschaften bombardiert werden. Er ist kein dumpfer Verbraucher, dem nur lange genug eingetrichtert werden muss, dass er ohne Produkt XY in dieser Welt nicht mehr leben kann, damit er sein Geld dafür ausgibt. Er nimmt es auch nicht mehr kritiklos hin, wenn teuer bezahlte Produkte nicht das können, was die Werbung versprochen hat. Der Nutzer der Möglichkeiten, die ihm das Social Web bietet, mischt sich ein, diskutiert und kritisiert, wo es nötig scheint. Aber genau da liegt ja auch die große Chance für Unternehmen. Wie Sabrina Panknin in ihrem Blog Artikel: Kritik im Social Media sehr gut nachvollziehbar beschrieben hat,  sind genau diese kritischen Menschen diejenigen, die es für Unternehmer zu erreichen gilt. Denn gerade der potenzielle Kunde, der sich die Zeit nimmt, ein Produkt zu bewerten, genauer derjenige, der konstruktiv kritisiert, wird auch aktiv, wenn er begeistert ist bzw.  empfiehlt glaubwürdig weiter, wenn er sich ernst genommen fühlt und zufrieden mit einem Produkt ist.

Grundsätzlich scheint diese CeBit ja für die Aussteller positiv verlaufen, da das Publikum sehr viel fachkundiger war und Gespräche an den Ständen mit wesentlich mehr Kompetenz, sehr viel intensiver geführt werden konnten. Auch die erste “Nachlese” der Deutschen Messe bestätigt diesen gefühlten Trend. Höre ich dann genau hin, womit eben dieser erfolgreiche Messeverlauf erklärt wird, liegt mir persönlich immer ein: “Jawohl und das genau ist der Effekt von Social Media” auf der Zunge. Es war einfach mehr Zeit für Gespräche mit echten Interessenten. Kein Massenpublikum das durch die Hallen “schlenderte” und nur angelockt durch Werbung, ohne konkretes Interesse, informiert werden musste.  Standbesucher hatten sich vorher via Internet informiert und konnten sehr viel gezielter Informationen abfragen, mit denen die Kaufentscheidung schneller und verlässlicher getroffen wurde. Die Tatsache, dass an den Ständen einfach mehr Ziel führende Kommunikation möglich war, also vorwiegend potenzielle Kunden die Informationen bekommen haben die sie auch wirklich wollten, statt eine große Menge Menschen mit Botschaften zu bombardieren, die sie nicht interessieren, hat also für mehr Umsatz und mehr echte Kontakte gesorgt. Das genau ist Sinn und Nutzen von Social Media Marketing. Wenn jetzt also endlich dieses Potenzial als Nutzen erkannt wird und sowohl Zeit als auch Kontrollverlust als Investition zum Erreichen dieses Nutzens gesehen wird, dann glaube ich, werden wir bis zur nächsten CeBit 01.03.-05.03.2011 sehr viel mehr Social Mediale Präsenz erleben. Mit einem leicht verschmitzten Augenzwinkern sei angemerkt, dass meine Netzwerkpartner und ich ihnen natürlich gerne zur Verfügung stehen, sollten sie bis dahin auch mit ihrem Unternehmen Social Median sicher werden wollen ;-)

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Kennen Sie jemanden der das Radfahren gelernt hat…

…nur aus einem Vortrag über´s Radfahren, oder weil er mal darüber gelesen hat, ohne je auf einem Fahrrad gesessen zu haben?

Das Thema Social Media Marketing scheint wirklich viele Menschen zu interessieren, die Erwartungshaltung jedoch, die ich bei den Veranstaltungen zum Thema erlebe, ist erstaunlich.

Da gibt es die “Bedenkenträger” denen zu wirklich jedem Pixel etwas einfällt, das in irgendeiner Weise riskant ist. Dann finden sich die “Alles schon gesehen, alles schon erlebt, alles schon für unnütz befunden” Typen. Ich denke mir oft, wenn ich mir diese, meist großkotzig und respektlos daher posaunenden Belehrer anhöre: “Hm, wenn Sie so auch im Netz mit den Menschen umgehen, wie jetzt hier, ist es auch kein Wunder, dass Sie gescheitert sind im Social Web!” Nein, ich sage das nicht, denn damit würde ich ja selber respektlos und belehrend daher kommen.

Am interessantesten allerdings finde ich die Menschen, die tatsächlich glauben, sie wüssten jetzt wie Social Media Marketing funktioniert, weil sie in einem Vortrag waren, oder weil sie ein Buch über Twitter gelesen haben. Komme ich also auf meine eingangs gestellte Frage zurück. Die Väter und Mütter, die Meter um Meter neben dem Rad ihres Sprösslings her gelaufen sind, immer eine Hand am Sattel,  wissen vielleicht, was ich meine. Wenn Sie sich jetzt vorstellen, Ihr Nachwuchs sei gleich nachdem Sie ihm erzählt haben, was Fahrradfahren überhaupt ist und wozu es nützt Rad fahren zu können, aufgesprungen, um ohne Sie und am besten noch auf Ihrem Erwachsenenrad sofort los zu radeln… Genau!

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Twitter einfach erklärt

Nein, ich werde jetzt sicherlich nicht damit anfangen, Twitter als 1010te zu erklären. Es gibt aber unter diesen unzähligen Erklärungsversuchen einen, der mir aktuell einfach am bemerkenswertesten scheint. Dirk Baranek hat bereits vor einem Jahr in seinem Artikel Twitter für Anfänger Sinn, Nutzen und Benutzung dieses, inzwischen wichtigsten, Social Media Tools, verständlich und nachvollziehbar erklärt. Vor allem geht Dirk auch auf den Punkt ein, der immer noch für die größten Missverständnisse und für manch ablehnende Haltung gegenüber Twitter verantwortlich ist. Sie entscheiden, was Sie lesen wollen, welche Tweets für Sie relevante Informationen sind und was eben nicht. Sie sind auch dafür verantwortlich, wie Sie wahrgenommen werden und von wem.

Ratsam ist es, erstmal ein paar Tage so fünf bis zehn Einträge pro Tag zu schreiben. Überlegen Sie: Will ich das jetzt preisgeben? Ist die Anonymität Dritter gewährleistet? Für wen ist das wenigstens ein bisschen relevant? Keine Bange: manchmal sind es die scheinbar banalen, kleinen Dinge, die die Nutzer interessieren. Übrigens: mit etwas Humor und leichter Selbstironie geht alles etwas besser. Auf Twitter nehmen sich die wenigsten total ernst. Langweiler. Moralisten. Will man auf Dauer nicht lesen.

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