Wünsch Dir was

“Wir sind doch hier nicht bei Wünsch Dir was” Schon mal gehört diesen Satz? Ich höre das öfter, wenn ich frage “Wie sieht denn Ihre 100% perfekte Situation im Zusammenhang mit Ihrem Unternehmen aus?” Doch tatsächlich trauen viele sich nicht, das absolute Idealbild zu beschreiben. Natürlich, viel Geld verdienen, dass wollen alle und trauen sich das auch zu sagen. Ist das aber wirklich das Einzige, was sich ein Unternehmer wünscht? Ist das vor allem ein Ziel, für das es sich lohnt, auch mal schwierige Situationen auszuhalten? 

Ziele auch so ein Wort, dass immer wieder irgendwo auftaucht (bei guten Beratern und Trainern sollte dieses “irgendwo” ganz am Anfang stehen), wenn es darum geht seine Kommunikationsstrategie zu entwickeln. Doch was nutzt es denn, wenn unter dem Wort “Ziel” lauter tolle Sachen auftauchen, dies dann überall notiert, visualisiert oder auf andere Weise festgehalten wird, wenn dieses Ziel völlig unrealistisch ist? Vielleicht sogar realistisch und erreichbar, aber bei genauerer Betrachtung gar nicht so attraktiv wie anfangs gedacht, entfaltet so ein Ziel ja auch nicht gerade ein Sogwirkung die es einfach machen könnte anzukommen. Wenn dann auch noch irgendwelche Hindernisse unterwegs auftauchen, vergeht manch einem dann oft auch die Lust, sich diesem Ziel weiter zu nähern. Deshalb ist wichtig, am Beginn jeder Strategie-Planung erst einmal sehr genau und gründlich herauszufinden, wo diese Reise denn genau hingehen soll und warum es gut ist, sich auf diesen Weg zu machen. Schließlich bringt auch das beste, neueste Navigationsgerät sie nicht ans Ziel, ohne dass Sie vor der Fahrt die genauen Daten des Zielortes eingeben. Auch wird das tollste Reisebüro keine wirklich ansprechende Empfehlung für ihren Urlaub finden, wenn Sie nur sagen “Ich brauche Urlaub” ohne genauer zu erklären, wie denn Ihre Vorstellung eines wirklich guten Urlaubs aussieht. Selbst für die Suche nach neuen Mitarbeitern, ist es doch wichtig, genau beschreiben zu können, was dieser Mitarbeiter denn können muss. All dies geht natürlich auch nach und nach, Sie können natürlich auch unterwegs erst ins Navi eingeben an welchen Ort es Sie führen soll. Der Mensch im Reisebüro kann Ihnen auch einfach mal alles zeigen, was er gerade so im Angebot hat. Genauso können Sie eine Zeitungsanzeige schalten in der steht einfach nur “Mitarbeiter gesucht”. Ob Sie dann aber wirklich Zeit, Geld oder Geduld dafür aufbringen wollen, um etwas zu erreichen, von dem Sie nicht sicher sein können, dass es das ist was Sie wollten?

Deshalb sollten Ziele SMART sein. 

 

Spezifisch Konkret, Sie haben sich Ihr Ziel sehr genau überlegt und können das auch formulieren. Mit einfachem “Erfolgreich werden” gibt sich selbst Google nicht zufrieden, um Ihnen genau die Seite zu zeigen die für Sie die Richtige ist.

Messbar, es also klar ist, woran Sie erkennen, dass Sie Ihr Ziel erreicht haben.

Aktiv beeinflussbar, Sie können Ihr Ziel selber erreichen und sind nicht auf Schicksal oder Zufall angewiesen.

Realistisch, auch wenn alles möglich ist bei “Wünsch Dir was” gibt es doch manchmal Grenzen, über die auch der kreativste Träumer nicht hinweg kommt.

Terminiert, denn nur was auch absehbar erreicht werden kann, ist es wert aufzubrechen, egal wie weit weg der Termin ist.

Was braucht es zum SMART formulieren?

Ja genau, die Zeit und Möglichkeit, sich darauf einzulassen, diese smarten Ziele zu er”träumen”. Sich also erst einmal seiner eigenen Wünsche genau bewusst zu werden. Dazu dient die Eingangs-Frage nach der 100% perfekten Situation. Die Zeit und Energie, die Sie hier investieren, sparen Sie sogar mit Zinsen wieder ein, wenn Sie zielgenau unterwegs sind. Auch den idealen Kunden zu beschreiben, ist wichtig für die passende Kommunikations-Strategie. “Der Köder soll dem Fisch schmecken, nicht dem Angler” und das funktioniert schließlich nur, wenn Sie wissen, welchen Fisch Sie denn da angeln wollen.

und jetzt…

Viel Erfolg beim Träumen und Wünschen

Der Drops ist gelutscht

“Ach hätte ich doch nur…” oder so etwas Ähnliches, wem ist das noch nie durch den Kopf gegangen? Richtig, jeder hat Situationen, in denen fällt ihm auf, dass er Chancen verpasst, Gelegenheiten ungenutzt gelassen hat. Wenn wir uns dann zurücklehnen und die Gedanken schweifen lassen, dann tauchen sicher viele Bilder vor dem geistigen Auge auf, was alles Schönes heute Realität sein könnte, hätten wir damals/gestern/vorhin anders gehandelt. 

Jetzt haben wir die Wahl, denn wir können in Melancholie verfallen, oder gar in Depressionen, ob der entgangenen Freuden. Wir können aber auch einfach die vielen schönen Bilder aus unserem Kopfkino nehmen und etwas Neues daraus bauen. Wenn doch unsere Gedanken uns schon so schön zeigen, was wir gerne hätten, dann ist das doch die beste Gelegenheit, sich daraus eine klare Zieldefinition zu basteln. Wenn sich jetzt auch noch die richtige Möglichkeit findet, diese Bilder und Gedanken schriftlich, in Ton oder Bild festzuhalten, vielleicht auch mit Hilfe eines Partners, dann können wir damit “arbeiten”.

Mit diesen Gedanken und Bildern gehen wir geistig in einen neuen Raum. In diesem Raum schauen wir uns das Ganze mal mit der Brille des Analytikers an. Wir schauen genauer hin, was denn zum Erreichen dieser Wunschvorstellung tatsächlich nötig ist. So wird also diese Vorstellung (wollen Sie es etwa schon “Vision” nennen? OK), etwas Reales. Na ja zumindest sehr viel “griffiger” als Gedanken, Visionen oder Träumereien.

Und nu?

Nu… schreiben wir unsere “Einkaufsliste” (oder wie auch immer Sie das jetzt nennen wollen, vielleicht ToDo Liste zum Beispiel). Mit dieser konkreten Auflistung dessen, was tatsächlich zu tun ist, um zu erreichen, was wir uns so schön vorgestellt haben, wechseln wir wieder gedanklich den Raum. Mit dem neuen “Gedanken” Raum wird, Sie ahnen es, auch eine neue Brille nötig. Die Brille des Buchhalters kommt dran. Der Buchhalter prüft, nachdem er ja bis jetzt zu absolutem Schweigen verdonnert war, umso genauer nach, ob denn das was da alles so fleißig aufgelistet wurde, überhaupt realisierbar ist. In seiner peniblen auf Details achtenden Art, macht er lauter Randnotizen. Da steht dann also: -Geht doch gar nicht -Könnte vielleicht unter anderen Umständen -In Ordnung, an all den Punkten. OK, die -Geht doch gar nicht Punkte schauen wir uns kurz noch einmal an und vielleicht fällt uns dabei auf, doch könnte auch “unter anderen Umständen” funktionieren. Um jetzt herauszufinden, wie das mit den “anderen Umständen” (bitte nicht mit Schwangerschaft verwechseln, mir fällt nur gerade keine bessere Formulierung ein) hinzubekommen sein kann, setzen wir die Brille des Buchhalters wieder ab. Der Buchhalter wird wieder ganz und gar zum Schweigen gebracht, am besten natürlich in dem wir wieder gedanklich den Raum wechseln.

Gehen wir zurück auf “LOS”

Genau, auf Anfang. Also dahin, wo wir ins Träumen gekommen sind, wo sich die Bilder und Gedanken einfach wie von selber in unseren Kopf geschlichen haben. Jetzt allerdings mit den Punkten im Hinterkopf, für die wir “andere Umstände” brauchen. Wenn jetzt jeder gedankliche Raum-Wechsel sauber funktioniert hat, kommen die nötigen Ideen hoffentlich von ganz alleine. Mit diesen neuen Ideen und Gedanken, durchlaufen wir jeden einzelnen “Raum” noch einmal und am Ende stellen wir fest:

“Der Drops ist gelutscht, aber nichts hält mich davon ab, mir einen neuen zu nehmen und zu genießen” zu spät ist nämlich erst dann, wenn der Deckel unseres Sarges über uns geschlossen wird. Na gut für das Meiste zumindest  ;-)

 

Billig muss man sich leisten können

Aus gegebenem Anlass, hier einmal ein Artikel den ich im Jahre 2009 geschrieben habe, von meinem privaten Blog auf diesen kopiert.

“Es gibt kaum etwas auf dieser Welt, das nicht irgendjemand ein wenig schlechter machen und etwas billiger verkaufen könnte. Die Menschen die sich nur am Preis orientieren, werden die gerechte Beute solcher Machenschaften. Es ist unklug, zu viel zu bezahlen, aber es ist noch schlechter, zu wenig zu bezahlen.

Wenn sie zu viel bezahlen, verlieren sie etwas Geld, das ist alles. Wenn sie dagegen zu wenig bezahlen, verlieren sie manchmal alles, da der gekaufte Gegenstand die ihm zugedachte Aufgabe nicht erfüllen kann.

Das Gesetz der Wirtschaft verbietet es, für wenig Geld viel Wert zu erhalten. Nehmen sie das niedrigste Angebot an, müssen sie für das Risiko das sie eingehen etwas hinzurechnen und wenn sie das tun, dann haben sie auch genug Geld, um für etwas Besseres zu bezahlen.” *John Ruskin, engl. Sozialreformer 1819-1900*

Nun ist der gute Mann der das gesagt hat ja schon über hundert Jahre tot, aber recht hat er immer noch. Meiner Meinung nach ist vor allem diese “es geht immer billiger” Mentalität in unserem Lande, zu sehr großen Teilen mitverantwortlich ist an der derzeitigen Krisenstimmung. Mich packt die blanke Wut, wenn ich höre, dass Unternehmer die Produktionskosten mit allen Mitteln senken, die Produktionsmenge aber hoch schrauben. Kosten senken bedeutet doch meist, am Faktor Mensch Einsparungen vorzunehmen, also Entlassungen und Lohnkürzungen. Am Material wird dann auch noch ein bisschen was gespart, so dass im Ergebnis “Billigschrott” verkauft wird, aber weiterhin ein Name dran steht, der einst für Qualität stand. “Made in Germany” ist heute ja nicht mehr annähernd das wert, das es mal war. Das weiß leider auch der Rest der Welt, nur wenn es nicht auf Klasse sondern auf Masse ankommt, kauft man in Fernost, da ist´s meist noch billiger.

Wann besinnen sich also deutsche Unternehmer endlich wieder auf das was unser Land mal zum “Wirtschaftswunderland” gemacht hat: Qualität aus Deutschen Landen, etwas teurer, dafür aber herausragend gut. Dann können Arbeitnehmer von dem Lohn ihrer Arbeit auch wieder beim Metzger kaufen, statt im Discounter. Das Auto käme aus Rüsselsheim, Stuttgart, Wolfsburg oder ähnliches und die Reifen aus Hannover. OK, ganz so naiv wie´s kling bin ich natürlich nicht, aber wenn jeder von uns anfangen würde bei sich selber darauf zu schauen, nach welchen Kriterien er einkauft und wenn dann immer mehr so naiv denken wie ich… ja dann vielleicht???? Es geht nicht immer darum zu wissen was nicht funktioniert, es geht darum zu überlegen was nötig ist, damit es doch funktionieren kann.