Die schlechte Nachricht vorweg…
03. Aug
Sie und nur Sie ganz persönlich, sind dafür verantwortlich, wie sozial das Social Web ist. Ja, dass geht sogar soweit, dass bei der Frage danach, wer für den Erfolg Ihrer Social Media Aktivitäten zuständig ist, alle in Ihre Richtung nicken werden…
Ach Sie dachten, so ein chicer, teurer Social Media Experte sei Schuld daran, dass Sie zwar tausende Freunde, Kontakte und Follower im Netz haben, aber bisher 0,00€ Mehreinnahmen? Oder gehören Sie zu denen, die völlig genervt sind von diesen ganzen Wichtigtuern, die dauernd nur irgendetwas schreiben, dass Sie nicht interessiert? Wen interessiert das schon, wenn X bei Y ein Bier trinkt? Na ja… X und Y interessiert das und diejenigen, die mit X schon lange mal bei Y ein Bier gemeinsam trinken wollten und diejenigen die immer schon wissen wollten, ob es sich lohnt, bei Y ein Bier trinken zu gehen (die fragen dann vielleicht bei X mal nach, ob es wirklich schön ist bei Y ein Bier zu trinken), dann interessiert es natürlich Y, dass sein Geschäft im Internet erwähnt wird und Y ist sicher sehr daran gelegen, dass X die Frage nach dem “ob es sich lohnt” positiv beantwortet, denn Y weiß ja, dass bei X ganz viele Menschen mit lesen und X auch einen guten Ruf hat, so dass die Mitleser auf seine Empfehlung vertrauen, also weiß Y, dass es sich schnell herumsprechen kann, wenn X sein Bier wirklich gerne bei Y trinkt… und so weiter und so fort…
Nein, Sie interessiert das nicht? Ok, dann lesen Sie doch einfach nicht was X schreibt, schließlich schreibt X doch für diejenigen, von denen er annehmen kann, dass die sich für seine Schreibereien interessieren. Wenn also nicht alles für alle gleich interessant ist, dann kann doch derjenige der schreibt nichts dafür. Er hat seinen Grund, warum er das schreibt was er schreibt und egal ob es Sie interessiert oder nicht, er wird es wieder schreiben und es wird gelesen werden. Ihnen steht es nicht zu, ihn darauf hinzuweisen, dass Sie seine Schreiberei nicht interessiert!
Oft wird beim Thema “Kommunikation in den Social Medias” der Vorwurf laut, die ganzen Belanglosigkeiten im Internet seien eine echte Plage. Falsch! Die sehr viel größere Plage sind Besserwisser, Oberlehrer, selbst ernannte Experten, denn sie verbringen mehr Zeit damit, andere durch herablassende Mitteilungen von der Art: “Das interessiert doch keine Sau, für diesen Quatsch habe ich keine Zeit” zu beleidigen, statt selber interessante Beiträge zu liefern und sich damit eine eigene Interessengemeinschaft aufzubauen, die dann eben auch umgekehrt für sie interessante Beiträge verfasst.
Die gute Nachricht… Was in die eine Richtung gilt, ist natürlich auch in die andere richtig!
Wenn Sie also nur deshalb bisher nicht so richtig mit dem Social Web warm geworden sind, weil Sie glauben, dass Sie dort anderer Leute Erwartungshaltung erfüllen müssten, dann ist jetzt eine gute Gelegenheit, es noch einmal zu versuchen. Schreiben Sie nur noch das, was Ihnen Spaß macht es zu schreiben. Lesen Sie einfach nur noch das, was Sie interessiert und klicken Sie einfach alles ungelesen und unkommentiert weg, was Sie nervt. Teilen Sie die interessanten Artikel, kommentieren Sie was Ihnen Spaß macht und bleiben Sie bei allem was Sie im Social Web tun SIE SELBER! Gut wenn Sie sich täglich ein bestimmtes Zeitkontingent dafür frei halten ihr soziales Online Netzwerk zu pflegen. Vielleicht müssen Sie sich anfangs noch jeden Tag dazu überreden, schließlich scheint ja vieles sehr viel wichtiger zu sein, als diese Plaudereien in den Social Medias. Wenn Sie aber wirklich den Nutzen des Social Webs für sich entdecken wollen, dann ist es wie mit dem Sport. Kennen Sie einen Sportler, der plötzlich, einfach so über Nacht, fit und durch-trainiert aus dem Bett gestiegen ist? … Feste Trainingseinheiten, die Disziplin auch dann zu trainieren wenn alles andere wichtiger (oder verlockender) scheint, das Ziel fest im Blick und ein Trainingsplan, der auf seine individuelle Kondition und sein Ziel zu geschneidert ist, damit und nur damit wird ein Sportler erfolgreich. Der beste Trainer oder Coach wird diesen Sportler nicht erfolgreicher machen, wenn er nicht selber trainiert.
Schreiben Sie mir doch einfach ab zu ins Kommentarfeld, wie ihre Erfahrungen sind, vielleicht ergibt sich daraus ja eine Quelle guter Ideen für andere Leser dieses Blogs und im besten Falle lernen Sie dann Menschen kennen, die eben ähnlich ticken wie Sie… Das ist dann Social
Welt im Wandel oder wie “Social” zum Marketing kam.
28. Jun
Täglich entstehen neue Erklärungsmodelle, die Unternehmern und Führungskräften erklären sollen, wie sie denn nun richtig “Social Media Marketing” machen. Auch gibt es inzwischen ein wahres Meer an Büchern, Blog Artikeln und Workshop Angeboten, die das Thema auf vielerlei Arten erklären. Ich selber biete ja dazu auch Seminare, Vorträge und Workshops an und dieser Blog hier soll ja auch dabei unterstützen, Social Media Marketing zu verstehen und optimal einzusetzen.
Was mir aber immer wieder auffällt, die Benutzung ist schnell klar, auch das eine durchdachte Strategie auf Basis des bestehenden Marketing Konzeptes am Anfang aller Social Medialen Erfolge stehen muss, leuchtet jedem schnell ein. Das Wo, Wie und Was ist also gar nicht allzu schwierig. Woran liegt es dann aber, dass trotzdem so viele sich im Social Media Marketing schwer tun? ,
Im Zuge meiner Ausbildung zur Business Trainerin entwickle ich gerade ein komplett eigenes Trainingsprogramm, für mein Thema, also Kommunikation 2.0. Dabei ist mir aufgefallen, dass bei all den Antworten auf Wo, Wie, Was ein wichtiges W fehlt… Das WARUM!
Warum funktioniert Social Media Kommunikation so wie es funktioniert? Warum haben manche Unternehmen damit so Riesen Erfolge und andere eben nicht? Warum ist Social Media Marketing so viel mehr als ein Hype?
Weil unsere Welt sich seit 20 Jahren (mindestens) in einem Wandel befindet.
Vor gut 15 Jahren, war ich zu Gast in einer Talkshow. Damals bestand ja das komplette TV Programm aus diesen Shows, in denen sich lauter mehr oder weniger normale Menschen auf eine Bühne gesetzt haben, um irgendein Thema zu diskutieren. Ich wurde eingeladen, weil ich damals in Hamburg als Filialleiterin einer Einzelhandelskette jemandem von den Talkshow Machern aufgefallen bin. Es ging um das Thema “Servicewüste Deutschland” und dieser Jemand meinte, ich sei im Umgang mit Kunden ungewöhnlich freundlich. In dieser Sendung wurde dann bis zum Erbrechen darüber gestritten, ob Kunden neuerdings so viel mehr erwarten, oder ob Verkäufer plötzlich besonders unfreundlich sind. Für mich lag damals die Wahrheit, wie so oft, irgendwo in der Mitte. Aus heutiger Sicht scheint es mir aber so, als ob mit den Talkshows damals etwas begonnen hat, das bis heute beinahe so etwas wie eine Revolution geworden ist. “Wir sind die Kunden, wir haben zu bestimmen, denn wir bezahlen euer Leben” oder so ähnlich
Auch in der Politik findet diese schleichende Revolution statt. Konnten frühere Politiker Generationen sich doch immer darauf verlassen, dass wenn sie nur resolut und laut genug waren, immer ausreichend braves Stimmvieh an die Urne getrottet ist, um sie in ihrem Machtanspruch zu bestätigen, will heute jeder Wahlberechtigte gleich mitbestimmen… “Alle Macht geht vom Volke aus!” Wie im alten Rom, so wollen die Menschen auch heute wieder im Forum gehört werden. Nur ist es eben nicht mehr ein Platz in der Mitte der mächtigsten Stadt weit und breit, sondern viele kleine Foren, mit vielen Menschen unterschiedlichster Herkunft und sozialer Stellung, die da Volkes Macht demonstrieren.
1999 entstand das “Cluetrain Manifest” ein Ausschnitt aus der Überschrift sagt aus, was sich in den letzten 10 Jahren zu dem entwickelt hat, das wir heute “Social Media Kommunikation” nennen:
Ein kraftvolles globales Gespräch hat begonnen. Über das Internet entdecken und gestalten die Menschen neue Wege, um relevantes Wissen mit rasender Geschwindigkeit auszutauschen. Als direktes Resultat werden die Märkte intelligenter — und sie werden schneller intelligent als die meisten Unternehmen.
Der schönste und für mich wichtigste Satz ist der: “Märkte sind Gespräche”
Nein, ich behaupte hier nicht, dass jetzt lauter viel schlauere Menschen überall mit diskutieren wollen. Wahrscheinlicher ist es wohl, dass sich einfach sehr viele für schlauer halten als sie es sind, aber Tatsache bleibt, unabhängig davon wie schlau oder weniger schlau die Menschen heute sind, sie wollen mit bestimmen. Sie wollen ihre Meinung sagen und vor allem …sie wollen ernst genommen werden!
Im Grunde ist es doch ganz einfach… Jeder von uns ist sehr viel öfter Kunde als Anbieter, oder?
Wie gut kommen denn bei Ihnen Unternehmen an, die Sie stundenlang in Warteschleifen parken, um dann durch eine freundliche, aber inkompetente Person, mitteilen zu lassen, dass der von Ihnen gewünschte Ansprechpartner für Ihr Problem (oder Ihre Anregung, oder vielleicht sogar Ihr freundliches Kompliment zum gelungenen Produkt) für Sie keine Zeit hat?
Wie gefällt es Ihnen, wenn Sie immer häufiger das Gefühl haben, Ihnen wird etwas angedreht, dass Sie weder brauchen noch wirklich wollen? Haben Sie nicht auch manchmal gute Lust, jemandem richtig vor das Schienbein zu treten, weil der Sie herablassend behandelt, oder Sie womöglich sogar wissentlich betrogen hat?
Märkte sind Gespräche… egal was Sie im Markt positionieren wollen, kommen Sie mit den Menschen, die Ihren Marktplatz erst zu einem Markt machen, ins Gespräch. Hören Sie denen genau zu, die am allerbesten wissen, was an Ihrem Produkt das besonders Tolle ist, oder eben was Ihr Produkt zu dem besten in diesem Markt machen kann.
Es gibt noch einige andere Warums die den Erfolg von Social Media Kommunikation ausmachen, aber das Zuhören und der respektvolle Umgang mit anderen Menschen, ist eben der wichtigste Grund, diese Revolution verstehen zu lernen.
Kommen Sie doch besser mit den “Märkten” also Menschen ins Gespräch, als bei Ihrer “Zielgruppe” ins Gerede.
Am Anfang steht die Frage: Wie anfangen?
23. Mai
In vielen Gesprächen, im Zusammenhang mit meiner Vortragsreihe “Die Macht des Social Media Marketing”, wird häufig die Frage gestellt: Wie fange ich denn jetzt an? Die Abneigung gegen Twitter lässt nach und das eben dieses “Gezwitschere” sich zum Dreh und Angelpunkt für viele Social Mediale Aktionen entwickelt hat, scheint sich inzwischen auch zu verfestigen. Im Social Media Marketing geht es ja in erster Linie darum, mit Menschen ins Gespräch zu kommen und diese Gespräche fangen oft auf Twitter an.
Wie nun aber mit den Menschen ins Gespräch kommen, die meinem Unternehmensziel dienen? Zuerst einmal genau diesen Gedanken streichen, denn würde jeder nur twittern um sein Unternehmensziel zu erreichen, dann kämen ja gar keine Gespräche in Gang. Jeder würde ständig nur verkünden, was er gerade verkauft und auf unseren Bildschirmen wäre nur noch Werbung die keinen interessiert zu lesen.
Social Media Marketing funktioniert nur dann, wenn das Wort “Social” dabei im Vordergrund steht. Wenn sich also alles nur ums Business dreht, dann würde es Business Media Marketing heißen und dieses Umdenken muss zuallererst passieren, sonst sind Sie schnell als Spammer im Web verschrien. Um also “social” zu agieren, kommen sie mit den Menschen ins Gespräch, die ihre Interessen teilen, knüpfen dabei “soziale Kontakte” es bilden sich, um Sie herum, Interessengruppen in denen ihre Themen im Vordergrund stehen. Aus gemeinsamen Interessen entwickeln sich Beziehungen, die auf Vertrauen beruhen und wem man vertraut, den empfiehlt man auch eher.
Wie komme ich jetzt zum Business? Ganz einfach… Mit was haben Sie sich denn selbständig gemacht? In welchem Fach arbeiten Sie denn? Aha, Sie haben natürlich das zum Beruf gemacht, was Sie besonders gerne machen. Die Themen die innerhalb Ihrer Branche im Vordergrund stehen, sind für Sie auch außerhalb der Geschäftszeiten interessant und wichtig. Sie unterhalten sich also auch in Ihrer Freizeit gerne über das, was in Ihrem Job diskutiert wird. Sollte dies alles nicht der Fall sein, dann haben Sie grundsätzlich etwas falsch gemacht und werden auch mit Hilfe der Social Medias nicht erfolgreicher sein als jetzt.
Der Begriff “Authentizität” taucht im Zusammenhang mit Social Media immer wieder auf. Ja, es ist sogar die Basis aller erfolgreichen Social Media Aktivitäten, denn wer nicht authentisch im Social Web unterwegs ist, ist auch nicht glaubwürdig. Wenn Sie sich als Experte “verkaufen” für Themen in denen Sie nicht 100% Bescheid wissen, wird die digitale Gemeinschaft dies sehr schnell heraus finden und Sie bloß stellen. Außerdem ist es ja wirklich nervig und anstrengend, wenn man ständig wieder seiner Natur kommunizieren muss, nur um ein Scheinbild zu pflegen. Am besten ließe sich das mit dem Versuch vergleichen, in einem Sprachraum Geschäfte machen zu wollen, dessen Sprache sie nicht beherrschen. Beginnen Sie also ihre Social Media Aktivitäten in einem Sprachraum, in dem Sie sicher sind und in dem Sie sich wohl fühlen. Das bedeutet auch für ihre ersten Schritte bei Twitter, kommen Sie mit den Menschen ins Gespräch, die ihre Sprache sprechen.
Es macht Sinn, vom ersten Tag an 5-10 Tweets pro Tag zu schreiben, auch wenn Sie noch gar keine Follower haben, die das lesen. Warum das so ist? Weil jeder dem Sie folgen in ihr Profil schaut um zu sehen, ob er zurück folgen möchte und wenn da schon einiges steht, das denjenigen interessiert, folgt er ihnen natürlich lieber. Die Timeline bei Twitter (der Stream in dem steht, was diejenigen schreiben, denen Sie folgen) sollte ja möglichst nur Informationen enthalten, die Sie auch interessieren, Sie achten also darauf, bevor Sie jemandem folgen, was der so den ganzen Tag twittert. “Social” funktioniert nur, wenn ich Lust habe zu lesen was andere schreiben, wenn da nur steht, verkaufe dies biete das, dann langweilt es mich, denn mein Interesse an sozialer Kommunikation wird nicht bedient. Sie sind sicherlich öfter Kunde als Anbieter, überlegen Sie also einfach mal, wie Sie schreiende Anbieter empfinden…
Was soll ich denn da schreiben, 5-10 Tweets am Tag, soviel hab ich doch gar nicht mitzuteilen? Sicher? Lesen Sie morgens Zeitung bzw. Online Medien um sich darüber zu informieren, was in der Welt so alles passiert ist über Nacht? Schauen Sie über Tag immer mal in Fachmedien, die ihr Geschäft oder ihre Hobbys betreffen? Dort stehen doch immer auch Infos und News, die Sie twittern könnten, bei online Medien sogar gleich mit dem Link zur Info. Sie fahren zu einem Termin und stehen im Stau, lassen Sie die Twitter Welt wissen, wo dieser Stau ist. Die Bahn verspätet sich? Dann ist das doch eine wichtige Information für alle, die vielleicht die gleiche Strecke mit der Bahn fahren wollen. Ihr Sportverein spielt am Wochenende um einen Titel? Na das interessiert doch die Menschen, die sich für den gleichen Sport begeistern wie Sie. In ihrer Branche passiert gerade etwas besonderes, Messen, Kongresse und ähnliches? Menschen die sich für diese Branche interessieren, freuen sich darüber diese Info zu bekommen. Sie stehen vor einer Herausforderung und brauchen Rat oder Unterstützung? Fragen Sie doch mal über Twitter, im Social Web findet sich für jedes Thema jemand der helfen kann und weil es das “social” Web ist, hilft man einander gerne! Ich könnte jetzt noch ewig so weiter schreiben, aber ich nehme an, Sie ahnen, worauf ich hinaus will. Schreiben Sie einfach über all die Dinge, die sie selber auch gerne lesen möchten in ihrer Timeline. Im Laufe der Zeit werden sich genau diejenigen um Sie versammeln, die sich für die gleichen Themen interessieren wie Sie. Also Menschen die ihre Sprache sprechen!
Geben Sie dem Ganzen ein wenig Zeit, dann entwickelt sich ihre Timeline zur interessantesten Informationsquelle und ihr Netzwerk zu einer Peer Group, die Sie empfiehlt und Sie zum Experten ernennt, wenn Sie das auch wirklich sind. Kommen Sie zuerst einmal mit den Menschen ins Gespräch, ihre Zielgruppe entsteht dabei ganz von alleine.

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